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Unwetter auf Madeira - Überschwemmung - Bevölkerung im Notstand
Auf Madeira sind nach starken Unwettern mehr als 40 Menschen zu Tode gekommen. Es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Mehrere Orte (z. B. Ribeira Brava, Ponta do Sol) sind immer noch von der Außenwelt abgeschnitten weil Straßen und Brücken zerstört oder unpassierbar sind. Wasser und Erdmassen bahnen sich immer noch ihre Wege durch die Stadt. Der Flughafen ist geschlossen. Zeitweise fällt der Strom aus. Der Zivilschutz hat die Leute gebeten, ihre Häuser nicht zu verlassen, da ein Ende der Regenfälle noch nicht absehbar ist. Viele Menschen mussten aus ihren einsturzgefährdeten Häusern evakuiert werden. Diejenigen, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen konnten, sind nun vorläufig in Sportzentren untergebracht.
Eine Brücke in Funchal in der Nähe der Markthalle ist eingestürzt. Die gesamte Innenstadt steht mehr oder weniger unter Wasser bzw. unter Schlamm. Abgesehen von den großen Sorgen, die wir uns um die Menschen dort machen, ist auch das Urlaubsziel Madeira arg betroffen. Vermutlich sind viele Levadas zerstört. Existenzen wurden durch Wasser und Schlamm vernichtet, sei es in kleineren Unterkünften oder auch direkt im Zentrum von Funchal, wo viele Büros, Ladengeschäfte, aber Cafés und Restaurants betroffen sind.
Inzwischen ist der portugiesische Ministerpräsident José Sócrates auf der Insel eingetroffen, um sich vor Ort zu informieren. Er sagte der Regionalregierung Hilfe zu und versprach, bereits am heutigen Sonntag Hilfssendungen auf den Weg zu bringen. Weitere Hilfen erbittet die Regionalregierung von der Europäischen Union. Es wird viel Geld für den Neuaufbau benötigt werden und jede Hilfe wird willkommen sein.
Auch die rheinische Stadt Leichlingen, Partnerstadt von Funchal, will helfen. Wie uns Helena Pinto Fernandes, eine alte Freundin von Madeira-club.de, berichtet, haben bereits Gespräche stattgefunden.
Noch ist nicht bekannt, ob auch Urlauber durch die Unwetter zu Schaden gekommen sind. Unter den Toten sollen allerdings keine Touristen sein. Informationen direkt aus Funchal sagen, dass der Flughafen inzwischen wieder geöffnet ist. Allerdings stellt sich die Frage, wie ein Weiterkommen auch in vielleicht nicht so sehr betroffene Hotels möglich sein soll, wenn von den Bergen herabstürzendes Regenwasser nahezu einen halben Meter hoch auf den Straßen Funchals steht und Schlamm, Gestrüpp, gestrandete Autos etc. dazu beitragen, dass die Straßen noch immer nahezu unpassierbar sind. Und wie es in den Hotels selbst ausschaut, darüber gibt es auch noch keine Informationen.
Uns erreichen zahlreiche Anfragen von Deutschen, deren Angehörige und Eltern auf der Insel leben, aber alle Kommunikationsmöglichkeiten abgebrochen sind. Wir konnten unseren Partner in Sachen Levada Wanderungen - Jose M. Barbosa - telefonisch auf dem Handy erreichen. Er ist optimistisch, in sein Büro in der Stadt zu kommen, weil er einen Jeep hat.
Doch seine berufliche Existenz ist gefährdet, denn sein Büro dürfte aufgrund der Lage kniehoch unter Wasser stehen und die Levadas dürften auf der Insel verteilt zu 60% verwüstet sein, so dass Wanderungen nicht mehr möglich oder zu gefährlich sind. Er ist extrem verzweifelt und sieht harte Zeiten auf den Tourismus und damit auf das wirtschaftliche Herz der Blumeninsel zukommen.
Auch die höhergelegenen Viertel sind nicht verschont geblieben. Wie uns Helena Pinto Fernandes mitteilte, haben die Sturzbäche, die aus den Bergen ins Tal fließen, auf ihrem Weg alles mitgenommen, was ihnen im Weg war. Viele Häuser sind beschädigt oder gar einsturzgefährdet so das viel Madeirenser evakuiert werden mussten. Sie alle wissen nicht, wie es nun weitergehen soll....
23. Februar 2010
Die Zahl der seit den schweren Unwettern auf Madeira Vermissten ist inzwischen auf 32 Personen angestigen. Allerdings befürchtet Alberto Joao Jardim, Präsident der Regionalgregierung Madeiras, das die Zahl noch weiter ansteigen können. Er geht davon aus, dass nicht alle Vermissten gefunden und geborgen werden können, denn einige seien vermutlich von der enormen Sogkraft des Wassers ins Meer gezogen worden.
Die Zentralregierung in Portugal hat inzwischen eine dreitägige Staatstrauer verordnet, um der Getöteten und Vermissten zu gedenken.
Glück im Unglück hatten offensichtlich die deutschen Urlauber, denn es soll niemand zu Schaden gekommen sein. Lediglich mit Verspätungen (teilweise mehr als 24 Stunden) seien sie in wohlbehalten in Deutschland gelandet.
Inzwischen hat sich der Flugverkehr von und nach Deutschland normalisiert, die Aufräumarbeiten hingegen werden noch lange andauern.
Die Medien berichten:
SpiegelOnline: Eine Fotostrecke auf zeigt die Ausmaße der Katastrophe
N24: Kurzer Film mit Interview des port. Ministerpräsidenten
Hersfelder Zeitung: Eine Fotostrecke mit 15 Bildern
Time News
Focus
Focus 14:06
Main-Netz
LR-Online
Abendblatt
Yahoo
Nachrichten.de
Morgenpost
Tagesspiegel
Stern
Wir halten Sie hier auf Madeira-Club auf dem Laufenden und informieren Sie aktuell.
Die Bombeiros aus Funchal bekommen Verstärkung durch die Feuerwehr Leichlingen
Die freiwillige Feuerwehr Leichlingen hat Hilfe angeboten. Drei Einsatzkräfte aus Leichlingen werden am Dienstag, 23.2.2010, morgens mit 500kg Schläuchen und Pumpen im Gepäck nach Madeira fliegen.
Tui-Fly und Air Berlin haben zugesagt die Feuerwehr und das Material ab Düsseldorf kostenlos zu befördern.
Wie uns Horst Schmidtberg als Feuerwehrchef am Abend vor der Abreise telefonisch mitteilte, sind bei Einsätzen in Funchal zwei Feuerwehrfahrzeuge beschädigt worden und was noch viel schlimmer ist, wie der materielle Schaden: Ein Feuerwehrmann ist im Einsatz gegen die Wassermasse ertrunken.
Kurze Filmdokumentation in der "Lokalzeit Bergisch Land"
Spendenkonto bei der Caritas eingerichtet
Wie uns Helena Pinto Fernandes aktuell mitteilte, ist ein Betrag von 25.000 Euro von der Caritas zur Verfügung gestellt worden. Es gibt auch zwei Spendenkonten.
Bei der Banco Espirito Santo lautet es NIB 0007 000 000 834 282 936 23.
Betreff: Madeira Solidario.
Bei der BANIF lautet es: 003 800 405 007 007 077 111
Betreff: Solidariede com as vitimas da Madeira
Die Spenden werden für die Opfer und den Wiederaufbau verwendet.
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